Die Geschichte des WeinesDie Geschichte der Rebe beginnt mit der Entdeckung von wilden Reben in den Lianenwäldern, ihres Anbaus und ihrer allmählichen Verbreitung durch die Völkerwanderungen vom Orient nach Westen. Wahrscheinlich legten die Etrusker die ersten Weinberge an. Die Ausbreitung des Weinbaus ist eng mit der Entwicklung des Handels verbunden. Im Altertum konnten Weinbauern und Händler nur eine relativ kleine wohlhabende Kundschaft bedienen. Die steigende Produktion in der Antike sagt allerdings nur wenig über die Qualität aus. Wenn der Wein nicht aus medizinischen Gründen verabreicht wurde, mischten ihn die Griechen zumeist mit reichlich Wasser. Die weit verbreitete Zugabe von Harz verhinderte die Entwicklung eines feinen Aromas. Anfangs überließ man die Konservierung weitgehend dem Zufall. Der Wein war entweder für den baldigen Verbrauch vor Ort bestimmt und wurde einfach in offenen Tonkrügen aufbewahrt, oder er wurde durch die Zugabe von Honig für den Transport haltbar gemacht. Später mischte man den Wein Aromastoffe wie Myrrhe, Weihrauch, Anis, Pfeffer oder Zimt bei, um den Geschmack ein wenig zu beleben. Auch wenn die europäischen Weinberge von Italien bis nach Spanien, von Gallien bis an den Rhein aus dieser Zeit stammen, so sollten noch Jahrhunderte vergehen, bis man geschmacklich und qualitativ hochwertige Weine produzieren konnte. Der Verfall des weströmischen Reiches und Bylanz' sowie das Vordringen des Islams bildeten die Gründe für den Niedergang des Weinbaus im Hochmittelalter. Da der Koran den Wein verbietet, wurden zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert viele Weinberge des Altertums zerstört. Das Überleben des Weinbaus verdanken wir dem Entstehen der christlichen Klostergemeinschaften. Mönche setzten nicht nur den Rebanbau fort, sondern bemühten sich auch, ihn auszuweiten. So wurde bei den meisten Klostergründungen auch ein Weinberg angelegt. Mit Ausbreitung des Christentums, öffneten sich neue ´Wege nach Norden, nach Flandern, Deutschland, Frankreich und England.Auch wenn Anfang des 17. Jahrhundert ein reger Weinhandel zu verzeichnen war, hatte er noch keine internationale Dimension, da wegen den fehlenden Konservierungsmöglichkeiten lange Transportwege nicht gemeistert werden konnten. Deshalb begannen die Holländer große Mengen Schnaps aufzukaufen, der sich ohne Qualitätsverlust verschiffen ließ. Sie bezogen den gebrannten Wein vornehmlich aus der Charante in Frankreich. Diese starke Nachfrage förderte den Weinbau in ganz Südwestfrankreich. Der Südwesten lieferte nun auch sehr widerstandsfähige Weine, die in Bordeaux umgeschlagen wurden. Der Portwein konnte sich im französisch-holländischen Handelskrieg am Ende des Jahrhunderts behaupten. In dieser Zeit wandten sich die Holländer Spanien und Portugal zu, während die Engländer ihnen die Weine aus Jerez oder Porto streitig machten. Wegen der englischen Wirtschaftssanktionen gegen das protektionistische Frankreich, verdrängten die Weine der iberischen Halbinsel die hellen Bordeaux-Weine. Als sie zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Handelsbeziehungen zwischen Frankreich und England wieder normalisierten, konnten sich die bordelaiser Anbieter nur durch Qualität gegen die Konkurrenz behaupten. Zusammen mit britischen Händlern führten die Honoratioren der Girode die ersten Qualitäts-Auslesen ein. Die Weine wurden in Holzfässern gelagert und in Flaschen abgefüllt. Gleichzeitig wurde durch Zugebe von Schwefel und die Klärung mit Eiweiß eine längere Haltbarkeit ermöglicht. Damit war die Grundlage für eine hochwertige Weibproduktion gelegt. "Der Wein erfreut des Menschen Herz!" |